Frankfurt Marathon, was ein Reinfall – oder nicht ?

Es war kein Marathon wie jeder anderer!

Alles beginnt damit, das ein Kollege mit mir im Frühjahr beschlossen hat, das er im Spätjahr einen Marathon laufen möchte! Ich sagte ihm zu und so kamen wir auf den 30. BMW Frankfurt Marathon. Mir war schon klar, das ich nur 5 Wochen vorher einen Marathon in Berlin laufen werde, aber da ich wegen einer Verletzung nicht in Stockholm gestartet bin, war es mir ganz Recht so, denn somit konnte ich meine 2 Marathons im Jahr voll machen.

Ich habe mich auf den Tag gefreut und war trotz einen kurzen Pause von nur 5 Wochen, guter Dinger, das ich den Marathon finishen werde. Die Vorbereitungen liefen ganz gut und am Sonntag Morgen war ich auch recht gut ausgeschlafen. Die Sachen habe ich am Abend zuvor ja gepackt, was nach 5 Marathons das erste mal war! Die anderen Marathons habe ich ja mit der Startnummer Abholung einen Tag vorher gestartet, dieses mal musste ich die Startnummer vorm Start holen und somit eine ganze Zeit früher da sein.

Alles wurde nochmal durchgesehen und die Uhr war laut Anzeige voll geladen, also legte ich die Ladestation nicht in die Lauftasche.

Auf dem Weg, ca. 40km von zu Hause weg, wollte ich wissen was mein Puls so macht, oder ob mich nur so ruhig fühle. Ich legte die Uhr an und sieh da, es war nichts Geschehen, die Uhr ging nicht an! Ich dachte mir, das sie nur hängt und machte den Reset an der Uhr, aber wieder nichts! Ich lies sie eine Weile in Ruhe und versuchte es nochmal, dann sah ich das sie kurz an ging, dann stand da ” Batterie zu schwach” und dann ging sie wieder aus. SO ein Misst dachte ich mir nur und dabei habe ich sie über Nacht aufladen lassen, als ich sie Morgens von der Station genommen habe, stand da doch ” voll geladen”.

Ich wusste nicht mehr genau ob ich die Ladestation nun doch dabei hatte, oder nicht. Auf einem Parkplatz hielten wir an und ich durchwühlte die ganze Tasche, ob ich die Station nicht vielleicht doch eingepackt habe.

Nun ich fand nichts und mir wurde Klar, das dies wohl der erste Marathon sein wird, beim dem ich “Nackt” laufen werden, ohne Puls und ohne Zeit. Aber eine Hoffnung hatte ich noch, die Messe, wo Garmin wohl vertreten sein wird und wenn die keine Ladestation dabei haben, wer dann.

Die Fahr nach Frankfurt verlief gut, da am Parkhaus angekommen hatte sich das Wetter schon wieder verändert. Man musste nicht was man anziehen sollte. Ich habe mich auf Kurz unten und Lang drüber entschieden, denn ausziehen kann man immer noch was. Das Thermometer zeigt gerade mal 5C° bei den Ankunft um 8:00Uhr.

Mit einem Bus ging es dann zum Startbereich in die Messehalle, wo es die Startnummern gab und die Kleiderabgabe war. Das ging ja bis jetzt alles ganz Gut, bis auf die blöde Uhr.
In der Messe angekommen ging ich gleich auf die Suche nach dem Garmin Stand. Ich habe ihn gefunden und was soll ich sagen, der hatte 3 Uhren da und 2 GPS Geräte, aber keine Ladestation für meine 305er Uhr.
Somit war die letzte Hoffnung geplatzt und ich gab meiner Frau die Uhr und den Pulsgurt. Man habe ich mich nackig gefühlt oben rum.

Bei der Startnummer Abholung kam der erste Schock, die hatten keinen Rucksack mehr, die Startbeutel musste man selber packen – was kommt da alles rein, was habe ich alles bezahlt?? – War mein Gedanke. So was habe ich noch nie erlebt und das beim 6. Marathon. Ich war nun schon echt sauer.

Aber nichts desto trotz habe ich mich fertig gemacht für den Start.  Die Frage nach dem wie laufen stand noch immer im Raum, die Temperaturen waren noch immer recht frisch.
Wir gingen dann den Beutel ab gegen und dann raus in den Startbereich. Das Ziel war gleich neben an und ich wollte sehen wo ich in 4-5h ca. ankommen werde. In der Halle haben wir dann noch einen Laufkumpel aus meiner Laufgruppe getroffen, denn es waren einige in Frankfurt dabei.
Die Entscheidung was anziehen hat sich dann auch erledigt, nach dem der Nebel weg war wurde es ganz schnell 10C° und somit warm genug um kurz zu laufen. Naja ganz kurz war es ja auch nicht, denn die Hose geht bis fast zu den Knien und die Socken auch, also war genug Haut bedeckt.

 

Ich ging dann langsam in den Startblock, wo ich eine memler.de Läuferin aus unserem Lauftreff getroffen habe.
Alles war bis jetzt nicht so gelaufen wie geplant, mal sehen wie die nächsten 42,195km laufen. Die Strecke am Anfang und Ende in der Stadt gefiel mir gar nicht, denn da läuft man sich entgegen und das geht ganz schon in den Kopf.
Mein Problem war, das ich 1. im Startblock für 4h stand und wenn überhaupt, die 4:30h schaffen würde. 2. Ich hatte keine Uhr dabei um den Puls im Auge zu behalten, ich bin zwar schon ohne Puls Kontrolle gelaufen, aber nicht einen Marathon.

Der Startschuss fällt und plötzlich ist mehr Freute da als Frust und ich freue mich auf den Lauf.

Alles läuft gut, das Tempo liegt mir und ich fühle mich super. Wie immer am Anfang laufen einige um Ihr Leben und man wird ständig überholt. Zum Glück kenne ich das und laufe mein Tempo einfach weiter.
Bei 5km ist ein halbe Stunde vergangen, also ein 6er Schnitt, was ganz gut ist, vielleicht sogar ein wenig zu schnell.
Die Strecke in der Stadt macht mir zu schaffen, die Leute sind zwar gut drauf aber ich versuche mich auf mein Tempo zu konzentrieren und vermeide den Blick auf die mir entgegen kommenden Läufern.

Bei 10km sind wir aus der Stadt schon fast raus und die 1h steht auf der Uhr, somit habe ich den Schnitt sehr gut gehalten, auch wenn ich mich noch super gefühlt habe. Nun kamen auch die ersten Staffel Läufer, die mit einem Affen Zahn einen überholten. Nur nicht verrückt machen lassen, habe ich mir gedacht.

15Km und noch immer liege ich im Plan, was ich gar nicht glauben kann der Schnitt liegt nun bei etwas 6:15km/min. Nun läufen wir durch die Stadtteile von Frankfurt und die Leute sind auch hier noch immer sehr zahlreich und feuern gut an.

20km und das Ende ist nahe….
Nun merke ich langsam das es zu schnell war am Anfang, der Kopf und die Beine wollen nicht mehr so recht.

21km und die Zeit ich doch noch super! Aber nur wie geht es weiter, das Tempo werde ich nicht halten können, das wäre ja ein Wunder….

23km und die Brücke, ich gehe das erste mal und denke mir nur, warum mache ich das eigentlich??? Nun kommt der Kopf ins Spiel und ich habe niemanden an dem ich mich fest halten kann. Es wäre doch super wenn nun ein Kumpel da wäre eine Sie oder ER ganz egal.

25km, die Kopfsache gewinnt ober Hand und ich will nur noch ins Ziel kommen. Die Strecke ist seit langem nicht mehr schön, seit der Brücke muss ich sagen, habe ich um meine Sicherheit bedenken. Da war doch echt Gegenverkehr und die Straße war nur mit Pylonen gesperrt!!!! In der Stadt kamen Dir dann die Straßenbahn entgegen!

30km und nun gehe ich mehr als ich laufe, ich habe echt keine Lust mehr, aber will ins Ziel kommen. Nur nun kommt die lange gerade Strecke die nicht aufhören möchte 5km gerade aus. Man was da einem im Kopf so alles rum geht und immer wieder die Staffelläufer die an einem Vorbei ziehen. Zuschauer gibt es nur noch vereinzelt bzw. ich nehme sie nicht mehr wahr?!

35km, meine Frau steht da und wir reden wieder ein wenig, sie sagt nur, Du siehst nicht mehr so fertig aus und so fühlte ich mich auch. Die geh Pausen waren wohl gut. Ich habe mir vor genommen ab 35km wieder schneller zu werden und nicht mehr zu gehen.

 

Nun geht es wieder in die Stadt und bei 38km kommen und die Läufer entgegen die schon bei 40km sind, was ein Gefühl sage ich euch – echt Schei…., aber Zähne zusammen beißen und durch.

In der Innenstadt waren Pflastersteine und die waren echt glatt, wenn da mal keiner gestürzt ist, nun geht es bei mir auch auf die 40km zu und ich fühle mich wieder recht gut, die letzten 5km lief ich in einem 6:40km/min Schnitt.

40km, es ist fast geschafft und nur noch 2,195km, das bisschen schaffe ich auch noch und gebe Gas. Nur nicht mehr ins gehen kommen. Meien Frau ist schon in der Halle, das Ziel war mein Ziel, ich wollte einmal in die Halle einlaufen, über den roten Teppich und dann mein Bild auf der Videowand sehen.

41km, ich überhole einen Jungen Mann, der fertig ist und langsam schleicht. Ich sage zu ihm, “komm nur noch 1km, für diesen km hast Du 6 Monate trainiert, komm”. Wow, er schaut mich an und fängt an zu laufen. Ich laufe mit Ihm mit und da ich verstanden habe was er Antwortet und in welcher Sprache, sagte ich nur immer wieder zu Ihm “go go “, bis ich merkte das er deutsch spricht. Nun es War ein junger Türke denke ich mal.

Wir liefen um die Ecke und in die Halle, das ziel war vor der Halle und kam sehr überraschend. In der Halle angekommen waren wir beide über Glücklich und feierten uns und die anderen. Die Stimmung war recht gut, ABER keiner schenkte und Beachtung.

Am richtigem Ort zur falschem Zeit!! Alle schauten und interessierten sich nur für den 100 jährigen Inder der 20m vor uns ins Ziel kam, auch meine Frau filmte Ihn und nicht mich – sorry doch mich auch – per Zufall 😉 .

Finish bei 4:51h

Was nach dem Marathon geschah und warum ich Frankfurt nicht mehr laufen möchte kommt vielleicht wann anders.

Fazit vom Frankfurt Marathon –

1. Kommt es anders und

2. Als man denkt

 

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