Ich laufe den STOCKHOLM MARATHON 2010 Teil3

geb 2010 298 Der Start ist nun vollbracht, die Strecke von 42,195km liegt vor mir. Da dieses Jahr die Strecke anders verläuft, als im letzten Jahr, kenne ich nur 70% der Strecke.
Dieses Jahr geht die Strecke über den Park Gärdet und somit ist der Halbmarathon nicht nach der ersten Runde erreicht.

Es ist eine landschaftlich reizvolle Strecke

Im Allgemeinen führt der Kurs in 2 Runden durch die Innenstadt von Stockholm. Die Umgebung variiert zwischen den Wäldern des königlichen Parks Djurgården und den Strassen einer Grosstadt.
Die Strecke führt an Gebäuden wie dem königlichen Schloss, dem Rathaus, der königlichen Oper und dem Parlament vorbei. Der Kurs ist einer der landschaftlich schönsten der Welt. Ein großer Teil des Laufs führt an schönen Wasserstrassen entlang.
Wenn Sie über die Västerbron Brücke laufen, haben Sie eine fantastische Aussicht über eine Stadt, mit Bauten aus dem Mittelalter und modernen Gebäuden aus der heutigen Zeit. Die Höhendifferenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt der Strecke beträgt 29 Meter.
Start außerhalb des Stockholmer Olympiastadions, Ziel in der wunderbaren Arena. Die erste Runde ist 16,6 km lang, die zweite Runde 25,6 km.

Strecke2010 Quelle: http://www.stockholmmarathon.se/start/content_popup.cfm?Sec_ID=443

Ein Anspruchsvolles Streckenprofil, was ich ab dem 21km spüren sollte.

profil-2010 Quelle: http://www.stockholmmarathon.se/start/content_popup.cfm?Sec_ID=443

 

 

Nachdem ich mich vom Start recht gut weg gekommen bin und mit der Freude, doch gestartet zu sein und dabei sogar von der Familie gefunden wurde, versuchte ich beim Tempo zu finden.
Mein Ziel war ja klar. Es sollte nur Spaß machen, denn nach dem Trainingsstand, wäre ich gar nicht in der Lange gewesen, den Marathon zu laufen (sieht man am Gewicht auf den Fotos 😉 ). Ich legte mir eine 5:30h Zeit vor bzw. überhaupt durch kommen.
Die erstem Kilomater waren geschafft und es lief alles super. Ich fand schnell meine Tempo und mit 6:30 min/km hatte ich einen coolen Puls. Ich lief dieses Jahr auf Puls und nicht auf Tempo.
Nach ca. 10km fand ich eine Finnin, die mein Tempo lief und zwar zwischen 6:20 –6:30 min/km, das war perfekt. Ich hing mich nun an sie und versuchte mich von ihrer lockeren Art mit ziehen zu lassen. So wie sie lief, konnte man denken, das sie nur einen Trainingslauf macht. Es war sehr beruhigend und echt gleichmäßig.

2010-06-05 16-24-01 - P6051026 Der Finnin folgte ich b´mit einer gleichmäßigen Zeit von 6:20 min/km, bis zur Verpflegung Station bei ca. 21km, hier sollte meine Familie stehen, eigentlich vor der Station. Sie stand hier aber nicht. Ich lief an der Station vorbei, da ich hoffte, das sie nach der Station stehen und ließ die Finnin hinter mir.

2010-06-05 16-24-04 - P6051027 Hier stand meine Familie, ca. 200m hinter der Station, ich hielt an und nahm meine Verpflegung zu mir. Ich schaute eine kurze Zeit nicht in das Läuferfeld und beim Berichten meines Erfolges, verlor ich die Finnin aus den Augen. Etwas weiter vorne im Feld, bei der 21,1km Halbmarathon Marke, glaubte ich sie gesehen zu haben. Ich legte eine Sprint ein, um mein “Zugpferd” wieder ein zu holen.
Was dann geschah, wollte ich nicht glauben, ich fand sie nicht mehr, aber mein Puls ging dermaßen durch die Decke, das ich nach 1km “Sprint” fertig war und gehen musste.

Ich habe die Finnin nicht gefunden und musste nun alleine versuchen das Tempo zu halten. Bei 23km und ein paar “Bergen” in Lindarängsvägen, traute ich meinen Augen nicht. Ich wurde von der Finnin wieder überholt und dieses mal hatte sie aber schwarze Laufkleidung an?!
Nun dachte ich, daher war sie so lange nicht zu sehen, weil sie sich umgezogen hat. ABER dann kam noch eine Finnin, es waren Zwillinge ! Mit der 2. Finnin bin ich den ersten Halben gelaufen, aber nach dem sie sich umgedreht hat, sie hat mich wohl auch erkannt, schaute ich sie nur an und zuckte mit den Schultern. Ich war fertig und da sie nun mit Ihrer Schwester weiter lief, war ich ganz “alleine”.

Nun sollten die schlimmsten Kilometer kommen. Ich quälte mich Kilometer für Kilometer, von Verpflegungs- zu Verpflegungs Station.
Meine gute Zeit verrinnt wie im Fluge. Meine Beine wurden mit jeder Geh Pause immer schwerer und das neu Anlaufen viel mir auch immer schwerer. Nun war meine Hoffnung dahin, die ich mir nach der guten Zeit auf dem ersten Halben gemacht habe. Ich hatte echt die Hoffnung, den Schnitt von 6:20 min/km halten zu können, was ja einer Finnish Zeit von 4:30h entsprechen würde. Das wäre ja super dachte ich nur.

2010-06-05 17-33-05 - IMG_0245Wie man schwerlich erkennen kann, ist nicht mehr viel von Elan übrig. Ich wollte nur noch Finnishen und das in 5:30h, wenn es machbar wäre.

Die Kilometer wurden immer länger, die Sonne war lange nicht so heiß wie im Jahr zuvor, aber auch die setzte wir nun zu. Nur noch 12km waren es bis zum Ziel und die Strecke die nun kam, war mir bekannt, also konnte man sich darauf einstellen und die Kräfte einteilen.
2010-06-05 18-17-39 - P6051040Als der Bahnhof hinter mir lag, wusste ich, das es nur noch ein Paar Kilometer waren. Es lagen jetzt nur noch die lange Straße mit einer stetigen Steigung vor mir und ein paar Ecken, dann ist es geschafft. Die letzten 2km werden in Stockholm nicht gezählt, denn die merkt man ja sowieso nicht mehr ;-).

Nach dem dem Bahnhof geht es vorbei am Güterbahnhof und hier stand meine Familie bei 37km zum letzten mal.
2010-06-05 18-49-12 - P6051042 Ich wusste, das ich doch noch eine Zeit um 5:30h schaffen werde und als ich anhielt um das letzte mal meine Energie auf zu laden, da war ich ganz entspannt. Ich sagte nur, ich würde noch ca.40min. brauchen und nach einem kleinen Plausch lief ich dann locker weiter. Dieser letzte Halt tat mir richtig gut. Ich kannte nun die Strecke recht gut und wusste, das es nach einer langen geraden Berg ab auch wieder lange Berg auf ging.
So nutzte ich den Schwung Berg ab, um die 40km Marke mit einen schönen tempo zu erreichen. Ich lief einfach weiter, mit den Bild vor Augen, wie ich in das Station ein laufe.
Nach 40km gibt es nichts mehr was mich auf halten kann, ich legte den Turbo ein und lief an den letzten Verpflegungs Ständen vorbei. Ich hoffte immer, das die Reserven halten.

Nach 41km biegt man um die Ecke und man sieht den Turm vom Olympiastadion, das ist dann der Auslöser für den Nachbrenner der dann zündet. Ab diesen Moment spüre ich nichts mehr, ich schwebe auf der Wolke meines Erfolges und der Freude.
Die Maßen jubeln und ich freue mich bei einem Blick auf die Uhr. Ich werde die Zeit von 5:30Uhr nicht schaffen, es sei denn, ich würde nun den Rest der Strecke voll auskosten und wieder gehen. Ich sehe auf die Uhr und die zeigt echt eine Zeit von 5:15h. Voller Stolz und Freude lief ich in das Station, ich schrie vor Freude und klatschte alle Hände ab, die mir entgegen gestreckt wurden.
Da ich nicht sehen konnte wo meine Familie im Station sitzt, winkte ich einfach in die Massen. Meine Freude war übergroß, da ich vor 8h noch sagte, ich laufe den Marathon nicht!

Ich Ziel angekommen, zeigte meine Uhr

5:18:46h

Nach dem ich nun im Ziel war und meine Frau noch immer nicht zu sehen ist, rief ich sie an und musste fest stellen, das sie noch in der U-Bahn waren. Sie haben den Zieleinlauf verpasst, weil ich zu schnell gelaufen war. Ich habe nicht mehr 40Min gebraucht, sondern nur ca.30Min!

2010-06-05 19-37-57 - P6051046 Im Finnisher Bereich traf ich meine Familie dann wieder. Die Freude war groß, das ich den Lauf überlebt habe und doch noch so gut war. Ich war recht fertig, aber meine Familie auch, denn durch das “hinterher Reisen” haben sie auch einen Marathon hinter sich gebracht. Als Dankeschön, habe sie sie sich auch eine Stärkung verdient 😉

2010-06-05 20-11-55 - P60510512010-06-05 20-14-50 - P6051055Am morgen stand fest ich laufe nicht, am Abend habe ich dann die Finnisher Medaille um dem Hals 😉

 

 

Weitere LINKS: Der Stockholm Marathon – Kilometer für Kilometer

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