Bellheimer 25 KM Sommernachtslauf – der Lauf

Bellheim1

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt !

Ich habe es trotze aller Widrigkeiten geschafft!
Ich bin beim Bellheimer 25 KM Sommernachtslauf rechtzeitig zum Start erschienen.

Noch ganz aufgedreht und voller Vorfreude warte ich ganz gespannt die paar letzten Sekunden bis zum Startschuss. Mein Adrenalin ist bestimmt gut durch die Decke gestoßen und sollt mir beim Lauf von Nutzen sein.

Beim Startschuss stand ich mit meiner Bekannt im Block und sie wollte eine 6:30 Min/km laufen. Nun da ich nicht recht wusste, wie ich mich einschätzen sollte, nahm ich dieses Tempo erst mal an. Meiner Frau sagte ich auf der Hinfahrt, das ich zwischen 2:30h und 2:40h brauchen werde.
Ein 6er Schnitt währe echt top, woran ich nicht glaubte.

Meine Frau habe ich seit dem “Sprung” aus dem Auto nicht mehr gesehen, ich hoffte nur, das sie einen Parkplatz in der Nähe gefunden hatte.

Der Startschuss viel und ich startete die Uhr, denn dieser Lauf wurde nur brutto gemessen und beim Ziel gab es einen Startnummer Scan.

Gemeinsam mit meiner Bekannten, lief ich los. Die Startzeit war nicht berauschend, aber das war recht gut so. Wir standen im hinteren drittel, so wurde der Start nicht gleich zum Sprint.
Kurz nach dem Start stand meine Frau am linken Gehweg und ich konnte es mir vor lauter Freude nicht nehmen “auszubrechen” und ihr eine Kuss zu geben.

Man ich fühlte mich echt super.
Die ersten 6 Kilometer führten im Rundkurs durch Bellheim. Es waren 2 Runden, eine kleine und eine große Runde. Das war echt nett, die Leute standen vor Ihrem Häusern, klatschten, feuerten an und überall gab es Wannen voller Wasser.

Schon kurz nach den Start, etwas beim 2. Kilometer habe ich mich von meiner Bekannten abgesetzt, ich merkte, das die 6:30 Zeit nicht mein Tempo war.

Ich setzte mir ein neues Ziel, den 6er Schnitt sollte ich schaffen. Ich wollte die 25km in 2:30h laufen.

Bei Kilometer 6 stand meine Frau nochmal und gab mir mein Powertrink, ich sagte Ihr kurz, “ ich versuche die 2:30h”, sie schaute nur unglaubwürdig und etwas ängstlich. Sie hatte wohl Angst ich würde mich übernehmen.

Nun Verliesen wir das nette Örtchen Bellheim und begaben uns auf die lange Gerade in Richtung Wald.  Hier bemerkte ich eine große stattliche Läuferin, die einen Schnitt von ca. 5:50 – 5:55 lief, ich hängte mich an Sie und schaute was mein Puls so sagte.

Alles verlief im grünen Bereich, im Gegenteil, sie hatte genau mein Tempo und was noch unglaublicher war, sie lief meinen Schritt.
Bei Kilometer 8 kamen uns dann ein paar Läufer entgegen, ich sagte zur Läuferin neben mir, “die geben wohl auf “, darauf hin drehte sich meine “zugläuferin” um und sagte “ NEIN – die laufen nur 10km, so wie ich auch …”. Wow, ich war echt erschrocken, meine Zugläuferin mit diesem Tempo und Gleichschritt wollte bei 10km aufhören. Ich Schloss z Ihr auf und lief neben Ihr, dann sagte ich zu Ihr nur, “He! Du kannst nicht aufhören, Du bist eine klasse Zugläuferin für mich! “ Sie schaute echte fertig zu mir rüber und sagte nur “ ich bin bestimmt keine Zugläuferin…! “Für mich schon” erwiderte ich nur.
Wir liefen einen paar hundert Meter neben einander und ich merkte das sie ganz schön am Limit läuft, ganz im Gegenteil zu mir. Ich fühlte mich echt super und die Uhr zeigte einen Schnitt von 5:50 Min/km!
Wir liefen echt im Gleichschritt, obwohl sie bestimmt 10cm größer war als ich. Ich sagte zu Ihr, “wir könnten super zusammen trainieren, wir haben den gleichen Schritt” “JA! “ sagte sie und wir liefen wie ein Uhrwerk unseren letzten gemeinsamen Kilometer ab. Sie wollte einen Marathon laufen, im November, aber leider habe ich vergessen wo 😉

Bei Kilometer 10 lief sie noch 500m weiter mit mir, denn sie hatte Ihr Auto etwas weiter hinten stehen. Dann verließ sie mich leider.

Ich fühlte mich immer noch super und von Ermüdung keine Spur. Ich lief nun alleine, aber vor mir liefen ein paar Läufer, die nicht ziehen lassen wollte, wenn möglich sogar einholen wollte.

Was sehr irritierend war und zu Temposteigerungen verführte, waren die Duett Läufer die nun beim 10. Kilometer anfingen zu laufen. Die waren natürlich noch Top FIT und zogen wie eine Rakete an einem vorbei. Nur nicht verführen lassen, dachte ich mir immer. Laufe Dein Ding und halte das Tempo unter einem 5:55er Schnitt bis 15km, dann ist es Möglich die 2:30h zu laufen.

Meine Halbmarathon Hürde ist immer die 17, wenn ich bis da hin gut durch komme, ist es schon geschafft, ABER halt, nun sind es ja 4km mehr!

Bei 15km habe ich noch immer ein super Gefühl und fühle mich echt fit. Keinerlei Schmerzen und noch nicht mal schwere Beine. Es läuft einfach und manche Rundenzeiten liegen sogar unter 5:50.

Ich hangel mich nun von Läufer zu Läufer vor ohne den Puls aus den Augen zu lassen. Wir laufen durch verschieden Dörfer und überall das gleiche Bild, nette Leute die einen anfeuern und genügend Wasser vor den Häusern. Das ist für die Leute auch ein Fest und die Läufer wissen das ganz bestimmt zu schätzen.

Auf der letzten Strecke über Land in Richtung Bellheim zurück hänge ich mich an eine kleine Gruppe, in der Hoffnung, sie halten die 5:45 und ziehen meinen Schnitt mit nach unten. ABER leider musste ich feststellen nach einem Kilometer, das diese Gruppe wohl nur den Bergab Schub nutzte und die 5:45 dadurch erreichte. Nach 1km merkte ich das wir und auf 6:06 verschlechtertet und das wollte ich auf keinem Fall.
Ich setzte mich von der Gruppe ab! Etwa 300m vor uns lief eine weitere Gruppe, die wollte ich bis zum 20. Kilometer ein haben.
Nun waren es noch ca. 2,5km bis dahin. Ich merkte vor lauter Taktiken gar nicht, das die gefürchteten 17km, schon hinter mir lagen. Die Beine spürte ich nun, aber weit weg von Erschöpfungserscheinungen! Von Gruppe vor mir löste sich eine Läuferin, die wollte ich auf keinem Fall ziehen lassen und so kam es, das ich die Gruppe bei Km 19 ein hatte und nun vor mir die Läuferin lief, die etwa 50m Vorsprung hatte.

KM 20, dann muss ich sie haben! Ich kam mir vor wie Tarzan, der sich von Läufer zu Läufer hangelte! Und wie sollte es anders sein, ich wurde immer schneller, so schnell, das ich die Bremse rein hauen musste. Ich wollte ab 20km einen Schnitt von 5:30 laufen, aber sollte ich das wirklich tun? Ich lag voll im Plan und hatte nichts mehr zu verlieren, nur noch zu Gewinnen. Die Uhr zeigte einen Schnitt von 5:55 und das war mehr als ich erhoffte.

KM 20 kam und ich habe sie! Nun lief ich aber ohne weitere “Liane" vor mit, an der ich mich vorhangeln kann. Denn die Läufer vor mir, waren schon nicht mehr zu sehen, bzw. hatten mich mit einem Tempo überholt, das ein Aufholen unmöglich macht.

Der Halbmarathon ist erreicht! 2:04h, eigentlich nicht schlecht, wenn man bedenkt, das ich noch recht Fit bin und 4km noch vor mir liegen. Wenn ich den Halbmarathon gelaufen währe, dann hätte ich den ganz bestimmt unter 2:00h geschafft.

Nun lief ich fast blind, denn ich habe beim Start die Sonnenbrille auf gehabt, die ich vor lauter Stress nicht gewechselt habe. Ich Wald und mittlerweile nach 21:00Uhr, war es recht dunkel mit einer Sonnenbrille auf der Nase 😉

KM 22 und ich wurde überholt! Von wem, natürlich von der Läuferin, die ich bis KM 20 haben wollte, die lief in einem Schwarzweisen Shirt. Sie hängte sich an die Jungs, die mich kurz vorm Halbmarathon überholt hatten und zu schnell für mich waren.

Ich lies sie ziehen, denn so knapp vor dem Ziel wollte ich nicht Riskieren mich zu verletzen (dunkel). Sie lief aber immer noch in Reichweite vor mir. Ich merkte, wie das Tempo aber schneller wurde, ich lief nun wieder unter 5:45 Schnitt und die letzten 2km bis zum Ziel sollten doch noch drin sein.

Ich hatte einige Läufer überholt auf den letzten 10km und nun kamen ein paar die mich überholten. Das war mich aber egal, denn ich wusste, wenn ich nicht die letzten Kilometer gehen, dann laufe ich das Ding hier unter 2:30h nach Hause.

Noch 1km und dieser streckte sich echt lang, ich machte an jeder Ecke tempo, so sehr, das ich ein ziehen im Oberschenkel spürte, was mich zum abbremsen führte.

Die letzte Ecke von gefühlten “unzähligen” und das Ziel vor mir. Nun nochmal ein wenig Tempo und es ist geschafft.

Ein super Zieleinlauf, meine Frau stand links und die Freude stand Ihr sichtlich im Gesicht.

Ich war Glücklich, erleichtert, ermüdet, aber bei weitem nicht kaputt und der Scan nach dem Zielleinlauf wurde bei

02:27:05

gemacht! Also eine netto Zeit von 02:26h 😉

Platz Name Verein JG Zeit Klas Rang Stnr.
616 Schaaf, Jörg mein-erster-marathon.de 1968 02:27:05 M40 110 460

Mein Fazit:
NÄCHSTES JAHR WIEDER!
Die Generalprobe für den Berlin Marathon ist geglückt, bei einer Hochrechnung könnten die 4:15h machbar sein 😉

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  1. Ich lief dieses Jahr “nur” die Staffel (ich war einer derjenigen die erst bei km 10 ins Feld kamen) aber das war wunderschön, da es die erste gemeinsame Staffel mit meiner Frau war. Ansonsten gebe ich dir recht, es geht wirklich wunderbar zu laufen in Bellheim und das danach war einfach nur geil! Aber nächste Jahr werde ich wieder die 25 laufen-muss einfach sein 😉
    lg
    Martin