Stockholm Marathon 2010 – welch schwerer Weg dahin

Der schwere Weg zum Stockholm Marathon 2010

Welch Freude und welch Leid muss man durchleben, wenn man Marathon laufen will, oder auch nicht?

Es war diesmal nicht leicht den 2. Stockholm Marathon zu laufen. Der ganze Training hat sich NICHT so abgespielt wie im letzten Jahr. Wie man unschwer Erkennen kann, wurde der Blog nicht echt weiter mit Ergebnissen gefüttert, das lag wohl einmal an der Zeit, aber auch an der Motivation.

Trotzdem konnte ich ein paar Stunden die Woche Trainieren und was daraus geworden ist und warum ich nun doch bei Stockholm Marathon gestartet bin, könnt Ihr hier lesen.

Wer nicht wagt der nicht gewinnt!

Nun last uns ein wenig zurück schauen und sehen warum es nicht so lief wie es laufen sollte. Warum wollte ich bis 11:00Uhr am 05.06.2010 NICHT starten und den Marathon einfach vergessen.

Das Jahr fing nicht so gut an und die Trainingstage waren sehr mau. Im letzten Jahr habe ich ca. 2000km trainiert und nur durch den Unfall Anfang Mai 2009 wurde zurückgeworfen. Ich schaffte es in diesem Jahr vielleicht auf ca. 400km Training, was echt nicht viel ist, will man einen Marathon laufen!

Alles spielte gegen mich, das Wetter, die Arbeitszeit, der innere Schweinehund und meine Motivation. Ich ließ viele Wettkämpfe aus, den Trainingsplan schaute ich an, aber nach ein paar Tagen der Nichterfüllung, schaute ich nur ab und zu mal drauf.
Die Motivation fehlte einfach.

Anfang März legte ich mir ein Ziel fest, was ich Mitte März wieder “vergessen” hatte.
Ende März legte ich aber los, ich fing mal wieder an zu Laufen und schaffte es immerhin mal wieder in der Mittagspause meien Stammrunde zu drehen.
Im April legte ich richtig los, das Misstwetter war nun fast vorbei und ich rafft mich auf und machte was ganz verrücktes.
Ich fuhr mit dem Fahrrad an einem Wochenende die Strecke bis zur Arbeit ab und schau da, es klappte. Ich war noch “fit”.

Somit beschloss ich, das nun mit dem Rad zur Arbeit gefahren wird.
Außentemp. 5-12°C und ich schaffte es echt mich durch zu ringen mit dem Rad zu fahren. Morgens war es Arsch kalt aber Abends war es nun mal schön.

Extremsport, denn morgen 17km hin, mittags 10-12,5km laufen, abends 20-25km zurück (je nach Strecke)!
Eine ganze Woche konnte ich das durchhalten.

Nach dieser Woche war ich echt super drauf und die Läufe nahmen wieder zu. Leider musste ich dann wieder auf Dienstreise und da kam ich auf Grund des schlechten Wetter – Sturm, Hagel und Regen – nicht raus. Ich lief zwar auf dem Laufband und auf dem Stepper, aber das waren nicht die Kilometer die ich geplant hatte. In dieser Woche lief ich nur 10km!

Es war nun schon April und die Zeit raste an mir vorbei. Die Motivation war mal wieder runter und ich sagte die ersten Wettkämpfe ab. 10km und 15km habe ich einfach nicht mitgemacht. Ich hatte gedacht, ich bin eh zu schlecht und schaffe es wohl kaum bis ins Ziel. Im April schaffte ich dann noch ein paar Kilometer zu Laufen.

Anfang Mai, nur noch 5 Wochen bis zum Marathon, aber wieder machte mir der Job einen Strich durch die Rechnung.
Geplant waren 2 Wochen volles Training. Mein Kollege fährt mit dem Auto vom Kunden nach Hause und ich laufe jeden Abend die 15km-17km zurück. Nun wie soll es sein, ein anderer Kollege kam mit, der nicht im Hotel bei mir übernachtete, sondern von zu Hause kam. Somit wurde nichts aus dem Zurück laufen ins Hotel.

Aber dieses mal versuchte ich Abends trotz alle dem zu laufen. Es war zwar spät, aber auch lange hell. Ich schaffte es sogar nach einem Essen beim Chinesen noch laufen zu gehen. Das würde ich keinen zur Nachahmung empfehlen, denn mein Magen spielte echt verrückt, nach dem scharfen Essen…..
Ich lief das erste mal eine Bergstrecke und aus 5km wurden mal wieder 8km. Aus einem Verdauungslauf wurde ein Speedlauf. Am Ende der Strecke ging es Berg ab und da wurde ich immer schneller. Ich habe immer Probleme gehabt mit dem Tempo und da konnte ich es mal so richtig laufen lassen. Hier kam ich nach einem Jahr mal wieder auf Max. Speed 3:00 min/km, Wow, das hätte ich nie gedacht.

Dieses Erfolg motivierte und am nächsten Tag lief ich die Standard Strecke von 14km.

In der 2. Maiwoche ging ich mit dem Erfolg der Woche zuvor zum Halbmarathon nach Rot und nahm mir eine Zeit unter 2h vor. Ich war ja innerlich schon froh, wenn ich überhaupt ankommen würde. Den HalbMarathon schaffte ich Schnitt 5:45 Min/km und somit in 2:00h.
Was soll ich sagen, nun wusste ich, das die beiden Marathons von 2009 immer noch in mir stecken. Denn viel hatte ich bis zu diesem Halbmarathon nicht trainiert.

Eine Woche später ging es wieder auf Dienstreise und nun plante ich Abends immer einen Lauf ein. Montag Laufen, Dienstag Essen, Mittwoch laufen, Donnerstag laufen. Was soll man sagen Montag Standard 14km Strecke in lockeren 1:30h, Mittwoch Standard 14km Strecke lockere 1:24h und tieferen Puls und Donnerstag super Fit und somit Streckenerweiterung auf 25km in lockeren 2:43h. Wow

Nach dieser Woche spielte die Zeit und das Wetter wieder gegen mich. Kaum noch einen Lauf, Ende Mai dann der 22km hier zu Hause und ich dachte ich muss sterben……

So ging es in den 2 Wochen Urlaub und geplant war noch ein langer Lauf im Urlaub, 1 Woche vor dem Marathon.  Aber wie immer kam es nicht dazu.

Mir ging es in der ersten Woche gar nicht gut, das Wetter war komisch und war echt schlapp. Immer öfters kam Zweifel auf am Vorhaben Marathon, auch zu Hause schon, denn die paar Kilometer Training waren nichts.
Dann das Übel, ich wurde beim Wandern durch den Wald von Mücken zerstochen, was bei mir sehr übel ausgeht (Schwellungen, Allergische Reaktionen). Dann lief mir noch eine dicke Blase am Fuß und ich war stinke Sauer.

Aus dem Lauf am Wochenende vom Marathon wurde auch nichts und zu allem Überfluss wurde es immer wärmer. Bei Temp. von über 20°C würde ich nicht starten, denn dafür bin ich wohl nicht fit genug.

Die Woche vor dem Marathon lief gar nichts. Donnerstag holte ich die Startnummer und die Lust überkam mich wieder, aber auch der Zweifel an der Form und an den Mückenstichen.

Freitag legte ich mich faul hin und redete mir ein, ich wäre Fit für morgen. Abends kamen immer mehr Zweifel auf, meine Frau und Familie waren auch nicht so begeistert wie letztes Jahr, denn sie kannten meine Trainingsstrecken.

Samstag 05.06.2010, wie geplant standen wir um 8:00 auf, denn bis Stockholm brauchten wir gute 2:30h mit Auto und Bahn.
Was ich sah war ga nicht gut. Ich fühlte mich wie vom Zug überfahren, das Thermometer zeigte bei uns schon 18°C an, um 8:00Uhr morgens.

Ich sagte den Start ab!

9:00Uhr, ich wurde immer unruhiger und Zweifel kommen auf, so unentschlossen war ich noch nie. Ich suchte krampfhaft nach einem Wetterbericht von Stockholm, um zu sehen wie sich das Wetter noch ändern würde.

9:15Uhr, ich bin stinke sauer und laufe noch immer im Schlafanzug rum. Zum Glück hat die Familie schon gefrühstückt. Ich laufe regelrecht achten. Schaffe ich es, wenn ich starte, oder klappe ich gar zusammen? Brich doch ab, sagte die Freundin von meinem Bruder, aber Abbrechen – niemals wird er das tun, sagte meine Frau und hatte daher auch Angst.

9:30Uhr, ich finde einen Wetterbericht und siehe da, Stockholm 17-19°C, am Abends sogar kälter unter 15°C.

ICH LAUFE DEN STOCKHOLM MARATHON 2010,

ALLES FERTIG MACHEN ZUM ABFAHREN!!

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