Tagebuch – Stockholm-Marathon 2009 – Tag 5 – Teil 3

090530_14-04-29Samstag, der 30.05.2009 – Der Tag des Stockholm Marathons, Teil 3

Den ersten Halbmarathon habe ich hinter mir, den größten Teil der Runde kenne ich nun schon und weiß was alles nochmal vor mir liegt.

Nun geht es in die zweite Runde welche am Anfang eine andere Streckenführung hat. dieses mal geht es über Odengatan – ein Park und hier soll ich meinen ersten Einbruch haben.

Etwas angeschlagen geht es auf die letzte Runde. Die 21 km habe ich in einer recht guten Zeit geschafft und nun hoffen wir mal auf das Beste.

Schon nach 2km, also 23km sollte ich merken, das die Kräfte nach lassen. Hier in diesem Odengatan, geht es eine lange Steigung hoch und was muss ich da sehen, alle GEHEN diese Steigung und ich komme an den Gehern gar nicht dran vorbei. So ist natürlich der Innere Schweinehund schnell da und der erste Abbruch auch. Ich gehe die Strecke von ca. 600m den Hügel hoch und wollte oben wieder Durchstarten, aber hier gab es schon die nächste Verpflegungsstation, so hielt ich schon wieder an. Nach diesem Stopp ging es nur SEHR zögernd weiter. Die Schenkel fingen an zu brennen und die Waden schmerzen.

Ich nutzte das nächste Gefälle aus um wieder in Schwung zu kommen und das gelang mir recht gut. Bis zu 30km war alles wieder super, die große Västerbron – Rålambshovsparken Brücke nahm ich aber nicht mit Vollgas, sondern verordnete mir eine GEHPAUSE. Oben angekommen ging ich wieder in den Lauf über und nutzte die lange Gerade zum beschleunigen.

Nun war es nicht mehr weit bis zum 35.km, kurz vor dem Bahnhof von Stockholm.

Vom Streckenprofil her das Spiegelbild des Söder Mälarstrand, aber ein deutlicher Unterschied in der Umgebung. An den Kais liegen keine rostigen Seelenverkäufer. Bei Gegenwind gilt hier derselbe Rat wie zuvor – einen Rücken suchen und im Windschatten liegen.

Über den Norra Bantorget begeben sich wir uns nun in die Nachbarschaft, in der Astrid Lindgren über 60 Jahre lang wohnte.

Hier gab es nun die fehlende Energie und die 35km wurden durchbrochen. Ganze 7km nur noch, aber mit einer langen ansteigenden Geraden. Hier zeigt das Höhenprofil die längsten und meisten Steigungen an.

Nun was soll ich sagen. Der Gedanke an meine Hausstrecke und meine Form liesen mich immer schneller werden. Ich konnte auf den letzten km nochmal richtig “Gas” geben und das Tempo etwas anziehen.

Ich zog mich bis zur nächsten Verpflegungsstation durch und nahm die Salzgurken unterwegs auch mit.  Dann war es soweit und ich kam zum ersten mal in meinem Leben zur Zeitmessung bei 40 km!

Allein dieses Gefühl bracht nochmal ein paar Sekunden, alles um mich was schon recht fertig, aber ich fing nun erst recht an Gas zu geben. Ich steigerte das Tempo abermals und als ich um die Ecke Bog und das Station sah, konnte mich nix mehr halten. Meine Beine liefen wie von alleine und ich sah nur noch das Ziel vor mir. Zu guter letzt 500m vor dem Ziel wurde ich fast von solch einem “Trottel” herumgelaufen, der sich wohl dachte, die Läufer können ihm schon ausweichen. Der Ging einfach über die Laufbahn.

Nun war es aber so weit und ich bog in die letzte Straße zum Station ein. nur noch 300m und es ist geschafft, 250m in Station. Man konnte die Leute nun schon sehr gut Jubeln hören und von Schmerzen war nix mehr zu spüren.

Ich bog in das Station ein und war vollkommen Glücklich. Das Gefühl, es geschafft zu haben war einfach Überwältigend und als ich dann auf die Uhr schaute und sah, das es unter 5h werden, war ich noch Glücklicher. Ich lief die halbe Station runde und schaute nach meiner Familie, die wegen der Sonne nicht gesehen habe.

Im Ziel lies ich einen lauten Schrei von mir, der All meine Anstrengungen aus mir raus lies.

ES war geschafft! Ja ich weinte überglücklich und meine Frau hat meinen Zieleinlauf super gefilmt.

Schreibe einen Kommentar