Tagebuch – Stockholm-Marathon 2009 – Tag 5 – Teil 2 von 3

090530_14-04-29Samstag, der 30.05.2009 – Der Tag des Stockholm Marathons, Teil 2 von 3

Genau um 14:00 Uhr viel der Startschuss und die Massen bewegten sich zuerst im Schritttempo und dann im langsamen Lauf in Richtung der Startlinie. Da ich eine recht humane Zielzeit vorgegeben habe, war mein Startblock im hinteren drittel.

Der Start wurde von den Läufern zusammen eingeleitet, in dem man den Countdown runter zählt. Der Puls ging dabei schon ganz schön hoch, das Adrenalin stieg enorm an und man konnte es nicht mehr aushalten.

Da ich nicht wusste wo meine Familie beim Start sein würde, habe ich mir einfach gedacht, etwas zu winken kann ja nicht schaden. Ja, auch meine Freude und mein Stolz verführten mich dazu, dazu hinreisen zu lassen. Wie im Zufall hat es meine Tochter geschafft mich dabei zu filmen und das war natürlich echt SUPER!

090530_14-03-40Nun war es soweit und es gab kein Zurück mehr. Die Läufer fingen an sich über die breite Straße zu bewegen und das Feld wurde immer länger. Bei mir hat es ganze 4 Minuten gebraucht, bis ich über die Startlinie kam.



Die erstem 10km habe ich dem Hannes versprochen. Diese 10km waren die erstem, welche ich in meinem Marathon gelaufen bin. Wenn es den Hannes nicht gegeben hätte, wäre das Training noch viel schwerer und schmerzhafter gewesen. Mit seinem Blog und seinen Tipps, hat er es mir ermöglicht, das lange Training im Winter zu überstehen und wenn es mal weh getan hat, dann hat er immer einen guten Spruch drauf gehabt.  DANKE HANNES !

Kurz nach den Start ging über eine Allee in Richtung Park. Hier wurde es das erste mal etwas Eng, denn das Feld hat sich auf den ersten 3km noch nicht so weit auseinander gestreckt. Meine Schmerzen und Probleme die im rechten Bein hatte, haben ich beim Start nicht gespürt. Im Gegenteil, mir viel auf, das nun das LINKE Bein Probleme machte und ich hier Verspannungen verspürte.

Nach weiteren 5km kamen wir wieder zurück in die Stadt, nun haben sich die ersten Läufergruppen gebildet und man konnte sein Tempo finden. Ich fing mit einer 5:50 min/km Zeit an und merkte schnell, das ich wohl etwas  langsamer laufen sollte. Wir hatten inzwischen 26°C und in der Stadt merkte man das noch viel mehr, als im Park, wo es Bäume gab.

Die erste Verpflegungstation habe ich mir die Zeit genommen das Wasser langsam zu trinken, denn bei der Hitze kam es auf jeden Tropfen an, was ich später noch schmerzhaft spüren sollte. Die Stecke führte uns in der ersten Runde am Freizeitpark von Stockholm vorbei, was ich erst gar nicht mitbekam, da ich auf die Straße und das laufen konzentriert war. In der Stadt führte die Strecke am Hafen entlang, ABER die Läufer verließen die Strecke ein wenig und suchten in der angrenzenden Baumallee den Schatten und den Bäumen. Die Zuschauer haben nicht schlecht gestaunt, als wir alle auf sie zu liefen und plötzlich um sie herum die Läufer liefen und sie mitten drin standen. So waren sie nicht nur Zaungäste sondern mitten drin.

In am Hafen ging es vorbei an der teuersten Straße von Schweden, wow da standen die Jachten im Hafen und selbst von da wurde gejubelt.

Nun waren die ersten 12 km geschafft und der erste Treffpunkt mit meiner Familie näherte sich. Wie sollte es anders sein, am Straßenrand standen tausende von Zuschauern und wie sollte ich meine “Fans” da finden. ich lief immer rechts und scannte die Massen ab, so das mir teilweise schwindlig wurde.

090530_16-45-30 Nach einer Brücke und einer langen Linkskurve, in der unzählige Leute standen kam die lange gerade in Richtung Palast, an der sie stehen wollten. Und in der Tat, ich habe sie gesehen, sie mich in letzter Sekunde, so das die Fotos gemacht werden konnten und das Trinken getauscht werden konnte.

Hier war ein recht Guter Platz um in der zweiten Runde wieder vorbei zu schauen.

Nun führte der Weg am Palast vorbei, was echt cool, denn hier standen die Herrschaften auf dem Balkon und schauten zu. Dann gin es in eine Unterführung, wo ich glaubte, es gehe in eine Tiefgarage. Das war die berühmte Schleuse zwischen dem Salzwasser und dem Süßwasser.

Nun ging es am Ufer entlang und zum Glück gab es links diese hohe Mauer in derem Schatten man lang laufen konnte. Bis da wussten wir noch nicht was uns hier in der zweiten Runde erwarten sollte. Die große Brücke über die wir laufen mussten und die der höchste Punkt der Strecke war, konnte man nun sehen. Man war die lang und hoch. Nach unendlichen Kilometern am Ufer ging es über sehr steile Zubringerstraße auf die berühmte Brücke. Der Lauf war ja noch echt super, ich lief die Brücke mit einem Schnitt von 6:30 min/km .

Auf der Brücke angekommen hatte man eine genialen Ausblick, den ich aber nur kurz genießen konnte und wollte, denn es ging ja gleich wieder steil nach unten. Nun musste man sogar bremsen um sich nicht zu überschlagen. Unten angekommen wurden wir von schönen Samba Tänzerinnen empfangen und wie sollte es anders sein, hier staute es auch mal wieder, aber nicht weil zu eng war, sondern weil hier einfach viele zuschauten.

Nun haben wir die 17 km hinter uns gelassen und der Lauf führte uns am Bahnhof vorbei durch die hohen Häuser der Stadt. Hier staute sich die Hitze auf 27°C auf und nun merkte man die ersten Ermüdungen in den Beinen. Das beste war, kurz nach dem Bahnhof ging es in eine Gasse, hier war eine Baustelle und der Kurs ging doch echt unter einem Baugerüst durch und somit hatten wir hier die engste Stelle des Kurses von ca. 1,50m breite – wow so viel Platz.

Nach dieser Überraschung ging es in den erste Brutkasten der Runde. Im Kessel der hohen Häuser war es nicht nur heiß sondern auch noch Windstill.  Die Teerstraße glühte regelrecht und man klebte fast im weichen Teer fest. Nachdem man diese Hölle verlassen hatte kam aber die lange Steigung.

Diese Straße wollte nicht enden und stieg und stieg und stieg. Meine Beine wurden immer schwerer und ich dachte mir warum nur, bis ich halt merkte, das es hier “Berg auf” geht. Nun gabe aber auch die erste Powerstation, wo man seine Energie mit Riegeln und Cola aufladen konnte. Nach 3 km quälen ging es auch schon in die Allee in die wir nach dem Start eingebogen sind. Nun war es nicht mehr weit bis zum HalbMarathon.

Meine Familie wollte da stehen und meine Zeit lag bei 2:10h. Meine Ziel war es in der 2. Hälfte etwas schneller zu laufen und so die 4:15h – 4:30h zu schaffen.  Also gab ich kurz vor der Halbmarathon Messung nochmal etwas Gas um vielleicht die 2:10h doch noch zu unterbieten. Es klappte nicht ganz 2:10h sollte es zum Schluß sein. Aber was mich echt im ersten Moment viel mehr Schockte, war, das meine Familie nicht da war. Naja sie haben es vielleicht nicht geschafft, oder sind schon wieder weg, denn ich hatte gesagt ich werde so zwischen 1:50h – 2:10h brauchen, bis zum Halbmarathon. So lief ich nach einer Schreckminute weiter und begann meine erste wzeite Hälfte meines ersten Marathons.

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