Tagebuch – Stockholm-Marathon 2009 – Tag 1 von 8

Dienstag, der 26.05.2009 – Die Anreise

090602_08-40-11_NIKON E885Der Tag beginnt um 3:30Uhr, die letzten Vorbereitungen werden getroffen um nix zu vergessen. Die Kids schlafen noch bis 3:50Uhr und dann schlägt auch für Sie die Stunde der Wahrheit und es geht los nach Schweden.

Ein guter Freund hat sich zum Glück bereit erklärt uns zum Bahnhof zu fahren, auch wenn sehr sehr früh am Morgen war. Pünktlich wie verabredet klingelte es um 4:10Uhr an der Tür und der Marathon-Urlaub konnte beginnen.

Pünktlicher als erwartet sind wir am Bahnhof angekommen, der Schlafentzug war uns deutlich anzusehen, aber auch die Vorfreude auf den Flug nach Stockholm und den bevorstehenden Urlaub. Da die Kids noch nie geflogen sind freuten sie sich besonders auf den Flug.
Ich indessen überlegte, ob ich nicht doch was vergessen habe und ging im Kopf nochmal die Checkliste für die Marathon Sachen durch.

Der Zug kam pünktlich und das war auch gut so, denn es war eine RE und der hielt an jeder Bahnhof ähnlichen Haltestelle an. Aber auch dieser RE Zug erreichte Mannheim pünktlich, so das wir gleich den Anschluss ICE zum Frankfurt Flughafen bekamen.

090526 Im Zug zum FlughafenIm ICE war nun genug Zeit um etwas zu frühstücken und so die Rucksäcke etwas zu erleichtern. Hier war nun alles bewusst, das der lange geplante Urlaub in Schweden nun endlich wahr wird. Auch mir wurde nun klar, dass es nur noch 4 Tage und Stunden sind, bis zum Marathon. Monate habe ich darauf hin gearbeitet und mit der Verletzung bei der Badischen Meile 3 Wochen zuvor, habe ich den Marathon schon verschwinden sehen.
Aber an diesem Tag fühlte ich mich gut, trotz das ich am Samstag den, 23.05.09 das erste Mal nach der Verletzung, wieder 10km laufen war und noch ein paar kleine Probleme hatte. Ich spürte eine Art ziehen im Oberschenkel und hoffte das auch dieses noch in den letzten Tag weg gehen würde. Ich habe extra Salbe und ein Massagegerät mitgenommen um nochmal die Blutergüsse aus dem Oberschenkel massieren zu können.

Man soll es nicht glauben, aber der ICE ist am Flughafen in Frankfurt pünktlich angekommen und so führten wir unsere Reise mit dem nächsten Ziel – Flughafen, fort.

Da wir am Abend zuvor schon im Internet eingecheckt hatten, brauchten wir nur noch das Gepäck abgeben und hatten dadurch auch unsere Wunschplätze erhalten. Was wir nicht wussten, das man bei der Gepäckaufgabe länger stehen mussten, als wenn wir uns am Schalter eingecheckt hätten und da unser Gepäck mit abgegeben hätten.
Nun ich denke mal, viele nutzen das Einchecken am Abend zuvor und so steht die Schlange nicht beim Einchecken, sondern bei der Gepäckaufgabe.

Das Timing war bis jetzt echt super. Nach der Gepäckaufgabe ging es gleich zum Terminal und da angekommen ging es auch schon zum Bording.

090526_09-37-58_Im Flugzeug nach StockholmMeine kleine wollte ja unbedingt mal ins Cockpit schauen, ich sagte zur ihr “fragt doch mal die Stewardess” und siehe da, sie durfte ganz ins Cockpit und die Piloten haben ihr alles sehr schön erklärt.
Mit strahlenden Augen kam sie dann zum Sitzplatz und nun freute sie sich noch mehr auf den ersten Flug ihres Lebens.
Die Kids hatten natürlich die Fensterplätze und je näher der Start kam um so aufgeregter wurden sie. Meine große wurde immer stiller, sie wollte ja nie fliegen, aber jetzt Freude sie sich doch.

Wie auch die anderen Reisezeiten wurde die Abflugzeit super eingehalten. Es lief bis jetzt alles wie am Schnürchen und die Reise abschnitte griffen wie ein gutes Zahnradgetriebe ineinander.

Der Flug war super, beim Start war das Wetter nicht so schön, so dass man nicht viel sehen konnte, aber über den Wolken staunten die Kids nicht schlecht. Schön war der Sonnenaufgang zu sehen, wie die Wolken noch Schatten warfen und aussahen wie riesige Schneeberge. Bei Wolkenlücken konnte man die Orte unter einem sehen und die Kids sagten ” schau mal wie klein das alles ist”! Ich denke mal den Kids hat es gefallen und die Flugbedenken waren schnell weg, als noch dem Start das wenige ruckeln aufhörte.

Der Flug dauerte nur ca. 1:50 Stunden und somit waren wir kaum auf der Flughöhe von ca. 3.300fs , da ging es auch schon wieder runter.

Ich kannte Schweden von meinen Dienstreisen und die Anflüge auf Goeteborg waren immer schön, die Seeenlandschaft ist einfach super schön.
090526_09-45-56_Canon DIGITAL IXUS 50Beim Anflug auf Arlanda, ca 30km nördlich von Stockholm, zeigte sich Schweden von seiner schönsten Seite. Es war ein super Wetter, die Sonne schien und es waren ca. 17°C, also für Schweden um diese Jahreszeit, Sommer Wetter.
Von oben sah Arlanda gar nicht so groß aus, aber nach der Landung, die sehr schön gelungen war, brauchten wir mit dem Flugzeug noch gut 15Min. bis zum Gate, wobei wir den riesigen Flughafen sehen durften.

Pünktlich angekommen in Arlanda ging es fix durch die Abfertigung zum Gepäckabholen und dann ohne weiteres direkt zur Info, wo wir uns erstmal erkundigten, wo wir unser Auto her bekommen. 090526_10-39-08_Flughafen HaltestelleEs gibt einen Shuttleservice zu den Rentstations und die kommen alle 20-30Min. oder man muss anrufen. Bis wir unseren Abholplatz gefunden hatten war meine gute Laune fast verschwunden. das hätte ich nicht erwartet von so einem großen Flughafen, dass die Automietstationen so verstreut sind. Nach langem hin und her, einigen Fragen, kam dann auch der Shuttlebus, der uns zum Hotel bringen sollte, in dem sich die Sixt Station befindet.
090526_11-18-09_Six AutovermierungDas hat dann auch gut geklappt und am Hotel angekommen ging es zur Anmietung des Autos.
Nun bestellt war ein Ford C-MAX, wegen der Taschen, aber leider hatte er keinen mehr und wir bekamen einen 3er BMW mit 36km auf dem Tacho. Als der Herr erfuhr das wir 4 Personen sind und 4 Taschen dabei haben, schaute er nur skeptisch und hoffte im Stillen, das wir alles unter bekommen. Aber ich als alter Packer, wusste schon wie ich die Taschen ins Auto bekomme. Als alles verstaut war, schaute er nicht schlecht und war ersichtlich erleichtert, denn er hatte kein größeres Auto da.

Ich habe extra ein Navi gekauft, denn spontane Reisen und Ausflüge bedürfen eines solchen in Schweden und beim Autovermieter kosten die pro Tag so viel, das ich mir nach 7 Tagen eins hätte kaufen können. Nun nix wie raus damit und an die Frontscheibe, um zu sehen wie weit es bis zum Flughafen zurück ist und wie weit es dann noch bis zum Ferienhaus ist. Die Koordinaten vom Ferienhaus habe ich zu Hause schon eingegeben – clever was :-).
He, was ist das, ich suche das Navi und ich finde es nicht, in keiner Tasche. Alle Taschen wieder raus, die ich gerade so schwer verstaut hatte, aber kein Navi zu sehen. Ich war mir aber ganz sicher, ich habe es am Abend zuvor extra eingepackt. Etwa im Flughafen geklaut?? Ne, glaube ich nicht. Meine Stimmung geht gegen NULL, denn ohne Navi sind wir echt aufgeschmissen, denn das Ferienhaus liegt irgendwo im Wald, wo es keine offizielle Strasse hin gibt.
Nun wie soll es anders sein, ich habe es umgepackt in eine andere Tasche, in die ich auch das Ladekabel und die TCS Antenne mit rein packen konnte.
Da es sich um eine Fototasche handelte, hatte ich vergessen, das das Navi da drin ist. Meine Frau hat es dann gefunden, zum Glück, meine Stimmung wurde schlagartig besser!

Da wir noch auf die Ankunft meines Bruders warteten, gingen wir erstmal im nahe liegendem Supermarkt bummeln. Was es hier alles gibt und was unsere große alles essen kann, wollten wir sehen. Sie hat Zöliakie und kann somit nicht vom reichen Angebot eines riesigen Supermarktes profitieren. ABER in Schweden ist man hinsichtlich solcher Sonderfälle, wie Zöliakie super eingestellt. Es gab keinen Laden in dem es nicht extra Artikel gab, die sogar extra ausgezeichnet sind, die meine Tochter essen konnte. Einige Läden hatte ganze Abteilungen nur mit glutenfreien Artikeln, ein Paradies für die große.

Kaum haben wir die Tour beendet da klingelt auch schon das Telefon, mein Bruder war gelandet. Also auf zum Treffpunkt und nix wie ab zum Ferienhaus.

Dank dem Navi, denn zum Glück hatten wir es dabei, fanden wir die richtige Autobahn und es ging vorbei an einer wunderschönen Landschaft in Richtung Stockholm. Kaum auf der Autobahn um Stockholm, nahm der Verkehr schlagartig zu. So kennen wir die Autobahnen in Deutschland, was für uns normal ist, ist in Schweden Rushhour!
Mit Tempo 90 und 110 ging es um Stockholm, vorbei an imposanten Bürokomplexen, wie die von ERICSSON, SCANIA und anderen Großfirmen.
Kaum vorbei an Stockholm und das letzte Autobahnkreuz hinter uns, erkennt man die Autobahn nicht wieder. Kaum ein Auto zu sehen, es waren vielleicht 10 Autos, die in unsere Richtung gefahren sind und somit aktivierte man den Tempomat und lies das Auto mit 110km/h fahren. Knapp 50km hinter Stockholm, kam unsere Abfahrt – Mariefred, ab hier ging es nun mit Tempo 70 über die Landstrasse weiter. Wie gesagt, nur gut das wir das Navi dabei hatten. Die Gegend war sehr ruhig, Mariefred ist ein kleiner Ort mit ein paar Historischen Gebäuden und einem Schloss. Sehr schöne Architektur im Stadtkern und überhaupt gefällt mir die Landschaft sehr gut.
Nach weiteren 20km kamen wir nun an die Strasse, von wo aus es zum Ferienhaus gehen sollte. Vorbei an einem Golfplatz, die gibt es in Schweden wie Fussballplätze in Deutschland, ging es in den Wald. Das Navi kannte die Strecke dank GPS-Daten und so kamen wir freudig überrascht am Ferienhaus an.

Das Haus liegt am See und über einen kleine Pfad war man nach ca. 100m auf dem Steg, an dem ein Ruderboot lang, umgeben von Schilf. Es waren also super Bedingungen zum Angeln. Eine super Schilfkante. Im Haus orientierten wir uns erstmal und schnell wurde klar, das es absolut die richtige Entscheidung war, dieses Haus anzumieten.

090601_21-07-30_HausDas Haus hatte unten eine riesige Küche, ein Wohnzimmer mit Fernseher und Sofaecke und ein Schlafzimmer mit Doppelbett. Das Bad mit einer Dusche war auch unten, vollkommen ausreichend. Oben waren 2 Zimmer mit 6 Betten. Im rechten größerem Zimmer, standen 2 Einzelbetten, hier quartierten sich die Mädels ein. Im linken Zimmer standen 2 neue Einzelbetten und ein Doppelstockbett. Nun aus den 2 Einzelbetten wurde schnell mal ein Doppelbett und etwas um geräumt und schon hatte jeder sein Traumzimmer und Traumbett. Jeder war zufrieden und der Urlaub fing somit super an.

Die Kids waren fertig und wärend sie im Ferienhaus blieben, gingen wir auf Einkaufstour. Im Nachbarort besuchten wir einen Supermarkt um uns einzudecken, nun groß war der nicht auch der Ort war nicht groß. Auf der Karte sah alles etwas größer aus ;-). Aber für den ersten Tag sollte es reichen, das nötigste und vor allem was zu trinken.

090526_18-49-43_Canon DIGITAL IXUS 50Kaum zurück im Haus, ging es auch gleich zum Angeln, denn das konnte sich mein Bruder nicht verkneifen.
Nun was soll man sagen, ich denke mal die Schnur war noch nicht mal richtig naß, da wurde auch schon der erste Hecht, um 18:43Uhr, gezogen. Das Mittagessen für Mittwoch war somit schon klar. Hecht mit “Grünzeug” und Kartoffeln.

Der erste Tag endete mit einem schönen Abend und Sonnenuntergang und alles lies auf eine schöne Woche hoffen.
Meine Bein spürte ich am Abend, aber mit der Salbe und der Massage beendet auch ich dann den Tag.


Bilder vom 1. Tag

Schreibe einen Kommentar