Die schmerzhafte 20. Badische Meile am 09.05.2009

Badische_Meile_2387.jpgNach einem Jahr wollte ich es wissen. Ich habe nicht den Halbmarathon in Mannheim auf meinem Eventplan stehen gehabt, sondern die 20. Badische-Meile in Karlsruhe. Es war dieser Lauf vor einem Jahr, die 19.Badische-Meile in Karlsruhe 2008, den ich als ersten Wettkampf nach meiner Kur und nach dem Ausfall im Februar 2008, gelaufen bin.

Dieser Wettkampf war sozusagen die Maßlatte für kommende Wettkämpfe und für den Erfolg, den ich bis Stockholm Marathon 2009 erreichen muss, um den Marathon mit den gesetzten Zielen zu schaffen.

Das Wetter war wie immer super, ich habe meine Startnummer nicht so wie letzten Jahr schon am Morgen geholt, sondern erst 1h vor dem Start. Ich hatte so noch Zeit etwas vorzubereiten und mal länger zu schlafen.

Leider lief mein Kollege vom letzten Jahr nicht mit und so fuhr ich um 13:30Uhr mit meiner Tochter alleine in die Stadt.
Am Freitag habe ich noch einen Mittagslauf mit meinem Kollegen gemacht und diesen Spürte ich noch etwas in den Schenkeln. Ich würde aber bis zum Start fit sein und dehnte mich halt etwas mehr.

Um 14:00 waren wir dann in Karlsruhe und gingen ins Rathaus um die Startnummer zu holen. Wie geplant war es recht leer und man musste gar nicht anstehen. Das T-Shirt geholt und ab geht es zum Schloßplatz. Meine Frau musste bis 14:00Uhr arbeiten und würde dann nachkommen, Hauptsache sie kommt überhaupt ;-).

Meine neues Outfit zog ein paar Blicke auf mich, aber dafür habe ich es ja auch gemacht. Ich trug das BaseCap mit dem Schriftzug www.MIT40-42.de und das neue Laufshirt auf dem das selbe drauf stand.

Die Feuerwehr sprühte dieses Jahr den Platz mit Wasser naß, damit es beim Start nicht so staubt, denn im letzten Jahr konnte man den Läufer vor einem kaum sehen vor Staub. Ich ging mit meiner Tochter ein wenig auf dem Platz hin und her, bevor ich anfing mich warm zu machen. Ein paar Dehnungen und Läufe machten ließen die Schenkel wieder erwachen und ich merkte das ziehen. Das Ziehen versuchte ich mit langen Dehnungen in den Griff zu bekommen. Ein paar kurze Sprints sollen die Muskulatur aufwärmen und dann ging es auch schon fast los. 14:45Uhr nahm ich das Powergel zu mir und trank nochmal richtig aus der Flasche, denn es war inzwischen richtig Heiß geworden (ca.23°C).
Beim Treffpunkt angekommen, kam meine Frau auch schon. Noch ein Foto vor dem Start und los ging es.

Dieses Jahr würde ich aber nicht hinter dem START Tor starten, so wie letztes Jahr. Ich reihte mich vorne mit ein und ließ mich wie die anderen nach hinten “drücken”. Der Start ist so blöd, das die letzten erst Minuten Später weg kommen und das bei einer Scannermessung.

Ich stand mit in den ersten Reihen und pünktlich um 15:00Uhr viel der Startschuß. Wie erwartet ging das gedrengel los und durch meine Gute Startposition kam ich recht gut weg. In den ersten engen Kurven kam ich gut durch, nur einmal musste ich stoppen, weil mich jemand schnitt. Ich versuchte mein Tempo zu laufen und nicht so wie die anderen am Anfang gleich zu überziehen.

Ich fing mich bei 4:30 ab und versuchte das Tempo zu halten, aber leider wurden die Wege immer enger und man musste fast “Hürdenlauf” machen um vorwärts zu kommen. Schon nach dem ersten Kilometer vielen die “Sprintstarter” zurück und stoppten einen aus. So viel mein Schnitt schnell auf 4:45 zurück und mit diesem Schnitt lief ich dann bis zum 6. Kilometer.
Man kam einfach nicht vorwärts und Sprints wollte ich nicht ansetzen, denn es war erbärmlich heiss und von Wasser war weit und breit nix zu sehen.
Ab dem 7. Kilometer ging es dann nur noch mit 4:50 weiter, was mich ganz schön nervte. jeder Versuch schneller zu laufen wurde abgebrochen, da wieder eine kurze Steigung kam und ich versuchte den Puls unten zu halten. Aber ich lag so gut in der Zeit beim 7. Kilometer das ich auch mit 4:50 zufrieden war. Die Hitze machte einen zu schaffen und das schlimmste war, das die letzten Kilometer kein Schatten mehr hatten und die schlimmste Steigung erst beim 8. Kilometer kam.

Ich zog bis zur Steigung mit und versuchte keine Geschwindigkeit zu verlieren, aber das war fast unmöglich, der Schnitt für diesen KM viel auf 5:09. ich konnte den nur noch toppen, wenn ich die Kraft finde, einen Endspurt hinzu legen.

Kurz vor dem Ende ging es ins Station und ich setzte zum Endspurt an, so wie geplant. Alle die mich bei der Steigung überholt hatten, ließ ich nun hinter mir, bis es geschah!

Ein erbärmlicher schmerzhafter Stich im Unterschenkel, als ob jemand mir ein Messer ins Bein rammte und dreht. Ich knickte vor Schmerzen weg und der nachfolgende Schritt auf dem rechten Bein war nur purer Schmerz. Ich habe genau den SUPERGAU erwischt vor dem ich immer Angst habe. Eine Zerrung oder ein Krampf im Bein.
Ich konnte nicht mal mehr auftreten und humpelte die letzten 200-150m ins Ziel.
Ich wollte auf keinem Fall gehen oder sogar stehen bleiben.
Die Zeit beim Einlauf ins Station war bei 0:41h und mit dem Sprint hätte ich es in ca. 0:42h geschafft.
Der Sprint ging bis 03:58 runter und dann Krachte es!!

Mit enormen Schmerzen bei jedem Schritt taumelte ich durchs Ziel und vor Schmerzen habe ich natürlich nicht ans stoppen gedacht und die Uhr neben dem Ziel sah ich auch nicht, ich wollte nur durchs Ziel kommen und zum Scanner.

Nach dem Ziel ging ich erstmal zum Wasser und goss es über mich. Auftreten konnte ich noch immer nicht richtig. Was genau geschehe ist wusste ich nicht. Ich ging meine humpelt Familie suchen und musste leider feststellen, das diese noch nicht mal da war und ich somit wohl kein Zielfoto von mir erhalten werde.

Ich hoffe ja nur, das jemand den humpelnden Läufer fotografiert hat 😉

Sauer und mit Schmerzen ging es dann nach Hause. Ja sauer auf die Familie, denn ich habe alles gegeben und extra gesagt, sie möchten bitte rechtzeitig da sein, denn ich versuche unter 40Min. zu laufen. Nun es hat nichts geholfen.

Zu Hause habe ich mich erstmal hingelegt und Salbe auf den Unterschenkel getan. Heute Abend, am Samstag geht es schon mit dem Muskel, aber trotzdem werde ich morgen zum Arzt gehen, auch wenn ich echten Schiss davor habe, das er mir sagt “… Pech gehabt, Muskelfaserriss, 3 Wochen Pause…” oder so was schlimmes. BITTE lass es nur eine Zerrung sein.

Nun alles im allen war es der schmerzhafteste und schnellste Lauf meiner bisherigen 1 jährigen Laufgeschichte.

Platz 322 von 3061
in
0:43:35

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  1. Was meinst Du mit “wegen des verspäteten stoppens der Uhr.” und seltsam ist schon das kein km 8 da war. Und ich 2 min langsamer war als beim letzten mal zumal ich mich verbessern wollte und nicht verschlechtern.

    Gruß Oli

    • Nun, ich vergesse oft, beim Zieleinlauf die Uhr zu stoppen und so habe ich meistens eine andere bruttoZeit und bin halt länger unterwegs. Das sieht man am Bild gut, das ich schon hinten beim Wasser war, als ich merkte, dass die Uhr noch läuft.
      Nun ich denke mal, viele wollten sich verbesser, aber es war auch sehr heiß und die letzten Mter am Station- die Steigung- war echt öde.

      Nächstes mal klappt es bestimmt, ich werde die < 00:40:00h anpeilen, mal sehen was sich bis dahin ergibt.

  2. Hallo Zusammen
    Ich wollte mal so fragen ich bin mir recht sicher die Meile war länger als die 8888,89km den der 8. km war nicht ausgeschrieben und da die meile auf meiner Hausstrecke läuft (Alb) habe ich den km 8. gefunden da ist aber niemand vorbei gekommen den der Motorrad Polizist hat uns vorher über die Brücke geschickt.
    Ich wollte unter 40 min laufen und konnte aber nur entäuschende 41:23 min erreichen.
    Wie ist das bei Euch hat das jemand bemerkt?
    Gruß Oliver

  3. arme Socke aber so grausam kann Sport sein.So ähnlich ging es mir am 1. Mai .60 Km Henninger- Turm Rundfahrt.Da denkt mann die Wade ist aus Beton.
    Trotzdem SUPER
    Gruß Peter

    • Hallo, Onkel!
      Danke für die Wünsche, bin heute beim nächsten Arzt und mal sehen was der so sagt. Das war aber ein lange geplanter Termin, denn heute mache ich den letzten Leistungs TÜV vor dem Marathon…

  4. Ohje, das ist einfach grausam. So kurz vor dem Ziel – nicht nur dem des 10ers sondern dem Stockholm Marathon … ich hoffe sehr für dich, dass es nur eine Zerrung ist.

    Ansonsten kannst ja aber trotzdem verdammt stolz auf dich sein – diese Zeit war spitze!

    PS: Leider erhält man nach jedem Kommentar eine leere E-Mail …

    • NICHT das hier falsche Gerüchte auf kommen. Die Strecke war “nur” 8,889km lang. Denn einen 10er mit dieser Zeit, habe ich erst im Herbst vor zu erreichen 😉

      Aber vielleicht ist es Schmerzhafter als es wirklich ist, abwarten…