Freitag war klettern angesagt Teil 2

Wie versprochen geht es heute mit “Klettern Teil 2” weiter.

Ich hoffe mal die “kurze” Exkursion in die Knotenkunde hat Euch gefallen.

Nachdem wir nun die Knoten gelernt haben hat unsere Trainerin noch darauf hingewiesen, das es sehr wichtig ist, das die Partner sich gegenseitig kontrollieren.

So wird ausgeschlossen, das der Kletterer den Achterknoten falsch oder zu kurz gebunden hat. Das Ende vom Seil sollte noch min. 2 Handbreit über dem Knoten lang sein. ABER zu lang ist auch nicht gut, denn dann kann es sein, das dieses Ende wie ein Peitsche einen ins Gesicht schlägt!

Der Kletterer vergewissert sich bei Sichernden, das der HMS-Knoten richtig funktioniert und das der Karabiner zugeschraubt ist.

Zum guten Funktionieren der Sicherung muss der HMS-Karabiner immer mit dem Verschluss abgewandt von der Bremshand eingehängt werden (sonst kann der Verschluss beim Bremsen vom Seil aufgeschraubt und aufgedrückt werden). Die Bremshand muss das Bremsseil dauernd genügend fest halten und in genügend Abstand vom Karabiner fassen und in Seilrichtung liegen.[1] Zu lockeres (auch verspätetes) Fassen würde das Seil durchrutschen lassen und zu Brandverletzungen an der Hand und möglicherweise zum Loslassen und Absturz des Partners führen. Über den Haltewinkel lässt sich beim Abseilen der Seildurchlauf besser regulieren als mit Handreibung; das Seil ist eher in die Richtung zurück zu leiten aus der das zu sichernde Seil ankommt (ohne beide gemeinsam zu fassen). Achtung, dass nichts in den laufenden HMS-Knoten gezogen wird, wie etwa, Kleidung, Haare, Gurt, Handschuh. Der (nicht fixierte) Sichernde sollte nicht wesentlich leichter sein als der zu Sichernde.

Alles verstanden und alles kapiert, nun konnte es losgehen und immer die Regeln im Kopf, denn hier geht es um SICHERHEIT und nicht nur um Spaß.

Die erste Wand war eine grüne 4, was soviel bedeutet, das wohl jeder da hoch kommt. Die Kategorien sind wie bei die Skipisten aufgeteilt und natürlich ist die schwarze Strecke die schwierigste. Da gibt es auf 20 Höhenmeter nur knapp 10 Halte”pünktchen” ;-).

Die erste Wand hatte eine Neigung nach hinten und war echt cool. Wir versuchten die Wand gleich richtig zu “bezwingen” und gingen die Routen gemäß der Farben nach. Es gab verschiedene Routen die dann wieder verschiedene Schwierigkeitsgrade hatten. Das sollte ich schnell merken 😉

Die erste Sicherung von mir war erstaunlich einfach, oben angekommen ruft der Kletterer “ZU” und man nimmt eine andere Handhaltung ein, so das man jetzt immer eine Hand am Seil hat, was nicht nach oben geht – zum Sichern des Abgangs. Der Knoten HMS-Knoten springt nun um und man kann der Kletterer echt einfach ablassen. Der Kletterer hängt sich ins Seil und stützt sich nur noch mit den Füßen von der Wand weg.

Mein erster Gang nach oben verlief sehr schnell – war ja auch eine einfache Wand. Der Abgang nach unten aber auch! Mein Sicherungsmann hat zu viel Seil zum Schluss gelassen, so das ich einen “GUTEN” Satz nach unten machte, aber als ich dann in Seil viel HOB ER AB! Nun das war zuerst ein Schreck, aber für wen war er wohl größer?

Die Kids Kletterten für sich alleine, natürlich schon an den senkrechten Wänden und schneller als wir. Nun wir alten sind nun mal nicht so fix 😉

Nach 3-4 Touren in der kleinen Halle und anderen Schwierigkeits Routen, ging es raus in die große Halle.

Nun standen wir vor 20m hohen Wänden voller bunter “Flecken”. Die erste Tour die nehmen wollte war eine 5+-6, also gleich mal 2-3 mehr als in der kleinen Halle. Nun es waren ja viele Punkte an der Wand.

Es sollte aber nicht so einfach werden, denn ich suchte mir ein Farbe aus, die man vom Grau nicht unterscheiden konnte. Es war Rot-grau, nur waren da noch andere graue Haltepunkte und so kam es sehr schnell dazu, das ich in der Wand hing und keinen Haltepunkt mehr fand. Auf der halben Strecke musste ich “ZU” sagen und lies mich wieder runter. Von unten gesehen war klar was falsch lief, ich bin in die falsche Ecke “gelaufen” und kam von da nicht mehr raus.

Was ich aber in der Wand gelernt habe ist, das ein Ausdauerläufer lange kein Ausdauerkletterer ist 😉

Nach einer weiteren Tour an einer anderen Route, merkte ich schon, wie die Muskeln sich melden. Um an einige Haltepunkte zu kommen, muss man oft den ganzen Körper mit einem Beim hochschieden und da ich nicht die Erfahrung hatte, brauchte ich doppelt so viel Kraft wie unsere Trainerin. Sie versuchte uns ein paar Techniken zu vermitteln, aber man kann ich der Wand nur ein, entweder auf die saubere Technik achten, oder die ideale Route finden. Erst wenn man die Technik aus dem eff eff beherrscht, dann hat man den Kopf frei für die Route und kann sich so Kraftsparend und optimal die Wand hoch “gleiten” lassen.

Der 5.Gang war angesagt und auf der Hälfte ging nix mehr. Ich spürte meine Finger nicht mehr, die Unterarme brannten und meine Arme waren schwer wie Blei. Die Oberschenkel spürten sich an, wie nach einem Halbmarathon. Ich habe vollen Respekt vor den Frauen, die da wie Garzellen die Wand hoch gehen, wow.

Nachdem die Kids uns Erwachsene auchmal sichern wollten, holte die Trainerin ein 30kg Sandgewicht, was mit an den Gurt der Kids befestigt wurde, damit wir beim “Absturz” und Abgang nicht die Kids in die Höhe reißen. Ich vertraute meiner kleinen und wagte nochmal einen Gnag nach ganz oben und es klappte. Als ich dann abgelassen wurde schaute ichgenau nach unten, ob sie mir schon entgegen kam oder nicht 😉

Nach 2:15h Stunden klettern war alles vorbei und es hat auch für das erstemal gereicht. Völlig zitternde Finger hatte ich schon Angst, am Montag nicht mehr die Tastatur bedienen zu können. Muskelkater in den Fingern, wow.

Die Kids waren überglücklich, so wie wir Väter auch, denn es war ein echt cooles Event diesen klettern und hat riesig viel Spaß gemacht.

Ich kann nur sagen JEDER ZEIT WIEDER.

Ich überlege mir diesen Sport als Ausgleichstraining zu benutzen, denn in der Wand braucht man alle Muskeln am Körper, also guten Körperspannungstraining.

Nach dem Klettern gab es eine Überraschung für die Kids, sie durften sagen wo wir noch hingehen um den Abend ausklingen zu lassen. Es ging zum Mexikaner was feines Essen.

22:30h waren wir zu Hause, mir taten alle Knochen weh und ich dachte nur an den 15km Lauf am Sonntag und viel KAPUTT ins Bett.

Schreibe einen Kommentar