Bericht – 6. Rissnert-Lauf der TUS Rüppurr in Karlsruhe

Startnummer Riessnert Lauf 2009Heute war der 6. Rissnert-Lauf der TUS Rüppurr in Karlsruhe, ganze 15km durch den Wald.

Noch gestern Abend hatte ich bedenken das ich heute morgen überhaupt laufen kann. Die Kletterei steckte mir noch tief in den Knochen. Gestern am Samstag haben wir noch einen “kleine” Stadtbummel von nur 8h hingelegt und somit war ich gestern Abend “echt Fit”.

Ich bin mir schweren Beinen ins Bett gegangen, in der Nacht konnte ich nicht schlafen und habe versucht mich durch einige Dehnübungen etwas zu entspannen. Auch trinken wollte ich nachholen und so ging es Nachts 4-5 mal zum Klo ;-). Es war kein guter Zeitpunkt für 15km am nächsten morgen, dachte ich mir nur und hoffte auf Besserung über die paar Stunden.

Heute morgen bin ich dann um 7:00Uhr aufgestanden, mein Kollege wollte um ca. 8:00Uhr kommen, bis dahin wollte ich noch den Kaffee und den Döner von gestern Abend ins Klo bringen ;-). 2h vorm Start habe ich viel getrunken und gut gefrühstückt – 2 Brote mit je einem Rollmobs. Ja das kann ich am morgen essen 😉 ohne eine Karter zu haben.

Ich versuchte noch ein paar Dehnübungen und Stretchte mich noch etwas. Liegestütze und Rumpfheben sollten mich wach machen und die Muskulatur beleben. Zum Glück halfen die Dehnübungen und die schweren Beine wurden leichter und die Unterschenkel zogen nicht mehr so.

8:00Uhr kam der Kollege und wir sind in Richtung Rüppurr aufgebrochen. In Rüppur angekommen haben wir uns erstmal in den ganzen Villen verfahren und einen Leidesgenossen getroffen, dem wir dann zum Sportplatz folgten.

Hier war noch nicht so viel los und so bekamen wir einen guten Parkplatz von wo aus wir den Start schnell erreichen konnten. Es war zwar sonnig und Windstill, aber kalt, ich denke mal ca. 5-7°C. So nah am Start konnten wir unsere warmen Klamotte recht lange an lassen.

Die Startnummer gab es ca. 600m weiter weg in der Sporthalle und da holten wir diese auch gleich ab. Auf dem Weg saugten wir das Wettkampffeeling auf und lernten mal wieder nette Läufer kennen.

Schön ist es nun ein Mitglied der sympathischen Läufergarde zu sein!

Bis zum Start waren es noch gute 45Min., die wir uns mit einlaufen vertreiben wollten. Wir drehten eine paar runden auf der Bahn und gut warm ging es auch schon wieder zum Auto zurück um die Kleidung der Witterung entsprechen abzulegen. Mittlerweile waren es in der Sonne ca.12°C und im Schatten gute 7°C.
Somit viel die Entscheidung auf Halbkurz unten und langes und kurzes Shirt oben.

Kurz vor Start ging es zur Startlinie und da recht weit vorne, ich wollte eine recht plausible Start-Zielzeit haben, da “nur” mit Stoppen per Einlauf gestoppt wurde. Keine Zeitmessung per Scanner oder gar Chip. Mein Ziel war es zwischen 1:20h und 1:25h zu laufen

Am Start kamen wir gut weg und gleich wurden wir von den guten Läufern überholt, der Weg war ca. 3m-4m breit und somit konnte man recht gut überholen und überholen lassen. Ich versuchte mein Tempo von Freitag zu erreichen und zu halten, also zwischen 5:00-5:15Min/km. Ich lerne mit jedem Wettkampf  dazu und so gelang es uns den ersten Kilometer echt in genau 5:00 zu laufen. Es sollte aber nicht so schnell am Anfang sein und so schauten wir mal wer so in der nähe läuft. Eine nette Dame lief neben mir und ich fragte Sie was sie laufen möchte “1:20h” sagte Sie und ich dachte mir, das ist ok so. Wir liefen mit Ihr mit und musste meinen Kollegen sogar etwas Zügel, er wollte immer “abziehen”. Seine Erfahrungen belaufen sich auf max. 10km und 12,5km mir mir in der Mittagspause.

Das Feld zog sich schon bald auseinander und bei km 3 haben wir unsere Gruppe gefunden. Stand bei km3 15:15Min., also mehr als zufrieden stellend. Ich plante einen Einbruch ab km 12 bei mir ein, da auch ich nun mal dieses Tempo nur 12,5km durchlief. Also schnell mal hochgerechnet bei einem Einbruch auf 5:30Min/km könnten die 1:20h-1:25h drin sein.

Wir liefen unser Tempo und es lief echt gut, wir verloren je Kilometer ca.5-8Sek. und das ist doch echt gut.

Wir haben das Tempo bis km7 gut halten können.
Ich sagte meinem Kollegen, das wir ab km7, eine Dame 50m-60m vor uns, bis km 9 einholen müssen. Was soll ich sagen, er zog gleich an, bis ich Hin wieder bremste, denn 2km sind echt lang und nur eine geringe Steigerung des Tempos würde uns reichen um das erste Ziel zu erreichen.

Es kam der 9km und wir haben es echt geschafft die Dame einzuholen und schon suchte ich uns ein neues Ziel aus. Ca. 30m. vor uns lief die Dame in grün und diese sollte es nun sein.
Wieder zogen wir das Tempo etwas an um sie zu holen und geschah das unfassbare.

Ich war echt cool drauf im Rhythmus meines Lebens und es lief wie am Freitag Mittag, da kam die Verpflegungstation mit dem Wasser, was ich brauchte. Ich lief rechts an den Tisch und der Junge Mann schaffte es nicht den Becher vor zu halten, als ich ihn greifen wollte und der Läufer hinter mir den anderen, drehte er sich weg und nahm die Becher mit sich……… . Ich musste anhalten – Vollbremsung umdrehen und einen Becher Wasser vom Tisch nehmen, der Läufer hinter mir fluche so wie ich, aber was soll man machen.
Diese Bremse brachte mich ganz schön außer Tritt und die Dame in Grün weit weg von mir. ganze 10Sek. waren weg Plus die Zeit die ich bis zum wieder finden des Rhythmusses brauchte.

10km sind gelaufen und die Dame vor mir in grün “nutzte” ihren Vorsprung aus und lief Ihr Ding.

Bei Km 11 waren wir fast bei Ihr, vielleicht noch 10Meter und wir hätten sie gehabt. Bei meinem Kollegen machten sich nun die fehlenden Laufkilometer bemerkbar und die falsche Tempo-Krafteinteilung. Kurz vor Km12 war die Dame nur noch 5m vor mir und ich gar Gas um sie genau bei Km12 zu überholen.
Ich bedankte mich bei Ihr, das sie mich so gut gezogen hatte, sie schaute mich nur an und lachte.
Bei diesem Spurt verlor ich meinen Kollegen, er viel ab und Ihm war die Erschöpfung anzusehen. Ich ließ mich wieder zurück fallen um mit Ihm zu laufen, denn er hat mich schließlich auch gut gezogen und wir wollten beide nun unter 1:25h oder gar 1:20h ins Ziel kommen. Es waren nur noch 3km und die Uhr zeigte ca. 1:02h an. Also alles drin um unter 1:20h sogar zu bleiben. Wenn wir auf 6Min/km abfallen wären es immerhin noch 1:18h geworden.

Bei ca. 12,5km schickte er mich weg und sagte er müsse nun gehen. Ansporn half nix und ich dachte mir das er es schaffen würde unter 1:20h und gab wieder Gas. All die netten Damen die mich auf den letzten 500m überholt hatten, wollte ich zurück holen und die Dame in grün vorallem.

Die letzten 2km lief ich leider alleine, niemand in der Nähe der mir als “Ziel” dienen könnte und das Schild 14km habe ich auch nicht gesehen. So kam es, das wir aus dem Wald kamen und der Einlauf zum Sportplatz schon kurz drauf erfolgte. Den Endspurt habe ich somit erst jetzt, also ca.800m vorm Ziel einleiten können. Geplant war er aber 1,5km vor dem Ziel. So wie ich es Mittags immer wieder übe.

Der Einlauf in Station führte über den “Fussballacker” alles andere als ebend und somit nix für Speedläufe. Also wieder etwas Gas wegnehmen um ja nicht Umzuknicken auf den Grashügeln. Nach 150m ging es auf die Bahn, aber was war das ich rutschte auf dem roten Belag weg und verlor wieder das Tempo und auf den letzten 200m versuchte ich nur im trockenem zu laufen und erreichte das Ziel, gestopt mit meiner Uhr, in:

1: 16:32h

was soll ich dazu noch sagen, außer das es eine 5:06Min/h Schnittzeit auf 15km war.

Stockholm ich komme!

😉

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  1. “Ich lerne mit jedem Wettkampf dazu” – Das merkt man richtig! Kein Wunder, dass die Zeit nun umso besser geworden ist. Genau so soll es laufen. Hättest du dir gleich 1:17 vorgenommen – du wärest gescheitert.

    Gratuliere dir zum tollen Lauf. – Mit dem Bericht machst du mich wieder richtig neidisch. Gemeinsam laufen, sich gegenseitig ziehen, andere Läufer unterwegs treffen, denen man folgt, die mit überholt, mit denen man lacht.

    Schön ist das Leben! Mach weiter so.

    • Danke Hannes,
      ABER wenn ich das so lesen, muss ich ja denken, das Deine Wettkämpfe immer sehr einsam sind? Ich dachte alle haben so viel Spaß wie ich ;-)?

      Ich lerne nun die Tipps umzusetzen, so wie das suchen eines Läufers mit dem Ziel ihn einzuholen bei Km x.
      Beim nächsten Halbmarathon, werde ich sehen was diese zeit von 5:06Min/km wert war.

      Ich habe noch Problem mit dem tempo und der Umstellung der Atemfrequenz. Ich Laufe manchmal mit angezogener “Handbremse”, da das zusammenspiel mit Atmung, Arme und tempo noch nicht richtig klappt. Bin aber dran.