BadenMarathon2008

Mein erster Halbmarathon ist geschafft!

Am So. 21.09.2008 um 9:10 Uhr habe ich meinen ersten Meilenstein erreicht.
2:19:31 – mein erster Halbmarathon – Zieleinlauf.
Der 1. Halbmarathon wurde von mir in Angriff genommen, und er wurde geschafft :-)!
Hier nun ein kurzer Tagesablauf.

Sonntag Morgen, 7:00 Uhr in der früh, es sind 7°C draußen.

Der Sonnenaufgang sieht schon mal gut aus.

Ich fühle mich recht gut und sehe dem Start recht gelassen entgegen. Aber schon kurz nach dem ersten Gang zur Toilette merke ich, daß es doch nicht so spurlos an mir vorbei geht, dieses “Fieber” vor einem großen Ereignis. Kurz um, es überkam mich das Lampenfieber, und der zweite Gang zur Toilette war fällig.

Was soll ich essen und trinken? Nun, ich habe einen Joghurt gegessen und einen halben Liter Tee getrunken. Die Uhr zeigt nun 7:30 Uhr. Schon um 7:45 Uhr kommt ein Freund, mit dem ich laufen werde; der will mich abholen. Also nix wie zum dritten mal aufs Klo und alles raus, was weg muß ;-).

Nun ist es 8:10 Uhr, wir sind pünktlich angekommen in Karlsruhe an der Europahalle, wo ich den ersten Start zu meinem ersten Halbmarathon erleben werde. Es ist echt schon was los hier. Die Leute laufen sich schon warm, andere holen erst jetzt Ihre Startnummer ab, was wir bereits am Samstag, den 20.09.2008, getan haben.

Wir gehen erst mal in die Europahalle und ziehen uns in aller Ruhe um. Hier zeigt sich ganz schnell, das ich nicht weiß, wie ich laufen soll. Ich schaue mir die anderen an und sehe welche mit langen Shirts und langer Hose (Temp. ca. 9°C ), andere ganz in Kurz und wieder andere in Kurz und Lang. Nun, ich entscheide mich für Lang oben und dafür ohne zweites Shirt drunter sowie Lang unten. Aber nun macht sich auch der halbe Liter Tee bemerkbar und will raus, aber an den Toiletten stehen die Schlangen sogar bei den Männern, was uns zu einer Alternative zwingt.

Nach dem “Inhalieren” der Atmosphäre und den “Adrenaliens”, die in der Lust liegen, gehen wir in die Tiefgarage, um unsere Taschen zu deponieren. Danach gehen wir zur Alternative unseres Tee-Problems, nämlich an den Zaun.

Es ist nun 8:45 Uhr und kurz vor dem Start um 9:10 Uhr. Wir laufen drei Runden zum Aufwärmen und gehen dann zum Startblock, um uns einen schönen Startplatz zu verschaffen.

9:00 Uhr – der Startschuß fällt, und die Blöcke A, B und C laufen los. Welch Massen, es sind 10.000 Leute gemeldet, und allein in den ersten drei Blöcken sind es bestimmt 6.000 Läufer.

Wir stehen im Block D ganz vorne, und um etwa 9:10 Uhr gehen wir zum Block C und starten dort mit.

080921_01_bei8km.jpgDie Massen laufen los, und ich versuche, nicht zu schnell zu sein, was gar nicht so einfach ist. Man wird einfach mitgezogen. Die ersten 8 km sind einfach super, ich laufe persönliche Bestzeiten auf den km und erreiche die 10km-Marke schon nach 1:01 h, was persönliche Bestzeit ist.

Damit meine ich die Zeit und die Strecke, die ich mal richtig gemessen und gelaufen bin; also keine Schätzungen usw..

Schon bald sollen mich aber die Trainingspausen einholen, und ab km 12 machen sich meine Beine bemerkbar in der Form, daß sie um gefühlte 100 kg schwerer wurden.

Die Stimmung an der Stecke und die Verpflegung bringen mich immer wieder dazu, weiter zu laufen. Ich sagte mir: “Bald kommt der nächste Wasserstand”, und ich kämpfe mich bis zu ihm vor. Die Leute am Rand tun Ihr übriges dazu und feuerten uns an. Sie rufen Deinen Namen und machen Dir Mut, obwohl sie einen gar nicht kennen, echt cool und Danke an alle, die mich angespornt haben!

Es ist soweit, der km 17 ist geschafft, ich aber auch! Ich quäle mich weiter und suche nach Gründen zu gehen, aber eigentlich will ich es schaffen durchzulaufen. Nur an die Stationen zum Trinken gehe ich, denn das Trinken im Laufen muß gelernt sein :-)! Aber trotzdem werden die Schritte immer schwerer, und nun tut alles weh, Teile im Körper, die ich gar nicht kannte, melden sich nun, und auch noch eine Blase unter dem Fuß macht sich breit.

Da kommt eine Dame gerade recht, die ich schon zweimal überholt habe. Sie ist nicht gut drauf, und “bei mir läuft es heute gar nicht gut”. Ich wunderte mich nur, wie das sein könne, sie meinte beim vierten Mal, daß sie trinkt und dabei geht, dann wieder schnell weiter läuft. So also hatte sie mich viermal überholt und sie auch. Als ich sie das fünfte Mal überholte, war eigentlich schon ein Essen fällig, oder?!

Das fünfte Mal war kurz vor dem Ziel, km 19, danach sah ich sie nie wieder …

Jetzt bei km 20 war alles aus, und ich trank etwas länger an meinem Wasser, als der Stand lang war ;-). Da rief jemand von der anderen Straßenseite – “JÖRG! lauf! – Du schaffst das”, ich gab ihm ein Zeichen das ich “leer” bin, und er rief zurück “JÖRG! – nur noch 1 km” – wow, ich war schon bei km 20, kurz vor dem Ziel, und ich fing wieder an zu laufen und hörte nur noch von hinten rufen “SIEHST DU JÖRG, es geht doch!” (Danke an den Mann).

Ja, das war die Art von Ansporn, die man braucht, wenn man am Ende ist; das ist die Euphorie, von der andere immer sprechen, wenn sie von Ihren Läufen erzählen.

Kurz nach diesem Ansporn ein kleiner Rückschlag, der erste Marathonläufer überholte uns bei km 41, wow, welch ein Leistung.

Ich nahm nun noch mal all meine Kraft und den Willen zusammen und lief weiter; es lag doch nur noch 1 km vor mir.

ABER ich kann Euch sagen, so 1km kann ganz schön lang sein.

Das Ziel war schon zu sehen, und die Weiche für die Marathons auch, also bin ich gleich im Ziel. Die Fotografen rechts und links hatten wohl nicht so viel Glück, denn ich kämpfte ganz schön. Ich wußte, was noch vor mir lag, der Anstieg von ca. 100 m vor dem Ziel. Diesen Anstieg kenne ich noch von der “Badischen Meile”.

0809221_03_ziel2.jpgWie ich es mir dachte, diese 100m gaben mir den Rest, und ich lies noch mal einige an mir vorbei ziehen, was mir aber egal war. Was mir nicht egal war, war die Tatsache, daß ich ganz bestimmt nicht 100 m vor dem Ziel aufgebe. UND so zog ich mich bis ins Ziel.

Zieleinlauf nach 2:19:31

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  1. Danke Hannes!

    Ja das ist der Grund warum ich noch viel lernen muss. Ich bin noch kein so großes Event gelaufen und wollte nach einem Jahr Training nun endlich wissen, wie es um mich steht. Die Zeitmessung mit dem Chip war wichtig für mich und nicht immer diese Messung mit dem”Scanner” 😉

    Nun ich werde Euch auf den laufenden halten.

    Jörg

  2. Herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Halbmarathon!
    Das ist doch für den Anfang super. Das nächste Mal schaffst du es vielleicht auch, nicht ganz so schnell zu starten, dann gibts zum 10km-Durchgang zwar keine Bestzeit, aber vielleicht am Ende nicht ganz so schwere Beine 😉 (Aber der langsame Start muss ebenso gelernt sein und ist meiner Meinung nach noch schwieriger als das Trinken beim Laufen)

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